Allesschneider kaufen: worauf Sie achten sollten
Ein elektrischer Allesschneider ist schnell bestellt und steht danach oft ungenutzt im Schrank. Wir gehen die sieben Angaben durch, die im Datenblatt wirklich etwas über den Alltag sagen – Bauart, Rundmesser, Schnittstärke, Motorleistung, Lautstärke, Gehäuse und Sicherheitsausstattung.
📌 Das Wichtigste in Kürze
- Zuerst die Bauart klären: Standgerät, Klappgerät oder Einbaugerät. Sie entscheidet, ob das Gerät benutzt wird.
- Ein Wellenschliffmesser ist Standard. Wer viel Wurst und Käse schneidet, achtet auf ein zweites, glattes Messer.
- Eine Schnittstärke von 0 bis 15 mm deckt vom hauchdünnen Aufschnitt bis zur Brotscheibe alles ab.
- Die Motorleistung reicht von 45 bis 200 W – Schärfe und Führung des Schlittens sagen mehr über die Schnittqualität als die Wattzahl.
- Zur Lautstärke macht kein Datenblatt eine Angabe – Rezensionen beschreiben mehrere Geräte übereinstimmend als leise, andere als vergleichsweise laut.
- Das Gehäuse ist laut Datenblatt Metall oder Kunststoff, oft eine Mischung aus beidem.
- Die Sicherheitsausstattung – Restehalter, Fingerschutz, Einschaltsperre – senkt das Risiko, sie beseitigt es nicht.
Bauart: Standgerät, Klappgerät oder Einbaugerät
Die Bauart ist die erste und folgenreichste Entscheidung. Sie bestimmt, wo das Gerät steht und wie viele Handgriffe zwischen Ihnen und der ersten Scheibe liegen.
Ein Standgerät bleibt aufgebaut. Es ist sofort einsatzbereit und hat meist das schwerere Gehäuse. Der Preis dafür ist dauerhaft belegte Arbeitsfläche.
Ein klappbarer Allesschneider legt den Schlitten an das Gehäuse und wird flach. Das schmalste Modell im Vergleich misst zusammengeklappt laut Hersteller rund 10 cm in der Breite. Das passt in eine Schublade oder hinter die Schranktür – kostet aber vor jedem Schneiden ein paar Handgriffe.
Der Einbau-Allesschneider sitzt in einer Küchenschublade und wird zum Schneiden herausgezogen. Das Gerät im Vergleich ist laut Hersteller für eine Schublade ab 450 mm Korpusbreite vorgesehen. Diese Lösung setzt eine Küchenplanung voraus und lässt sich später schwer ändern.
Faustregel: Wer mehrmals pro Woche schneidet, ist mit einem Standgerät besser bedient. Wer alle paar Tage einen Laib aufschneidet und wenig Platz hat, klappt lieber.
Elektrischer oder manueller Allesschneider?
Ein manueller Allesschneider arbeitet mit einer Handkurbel und ohne Strom. Er ist leise, braucht keine Steckdose und ist meist günstiger. Dafür führen Sie Schneidgut und Antrieb gleichzeitig, und gleichmäßige Scheiben brauchen Übung.
Für den Haushalt hat sich der elektrische Allesschneider durchgesetzt: Der Motor treibt das Rundmesser an, Sie führen nur den Schlitten. Alle Geräte in unserem Vergleich arbeiten elektrisch.
Das Rundmesser: Durchmesser und Schliff
Das Rundmesser ist das Bauteil, an dem die Schnittleistung hängt. Zwei Angaben stehen im Datenblatt.
Der Durchmesser begrenzt die Höhe des Schneidguts. Nur vier der zwölf Geräte im Vergleich nennen dazu einen Wert im Datenblatt (170 mm bis 190 mm); für Mischbrot, Wurst und Käse aus dem Haushalt reicht das aus. Bei den übrigen Geräten macht der Hersteller dazu keine Angabe.
Der Schliff entscheidet, womit das Messer gut zurechtkommt. Ein Wellenschliffmesser sägt sich durch harte Kruste, ein Glattschliffmesser trennt Schinken und Käse sauber. Vier der zwölf Geräte im Vergleich liefern beide Messer mit. Ausführlich steht das im Ratgeber zu Messer und Schliff.
Schnittstärke einstellen: welcher Bereich reicht?
Die Schnittstärke ist der Abstand zwischen Anschlagplatte und Messer. Sie wird über einen Drehknopf eingestellt und bestimmt, wie dick die Scheibe wird.
Die Datenblätter im Vergleich nennen Bereiche von 0 bis 14 mm bis hin zu 0 bis 23 mm. Praktisch relevant ist nur der untere Teil: Aufschnitt liegt bei 1 bis 2 mm, Brot bei 8 bis 12 mm, ein Steak am Stück darüber. Ein sehr großer Höchstwert ist deshalb ein schwaches Kaufargument.
Wichtiger ist, dass sich die Einstellung stufenlos verändern lässt und beim Schneiden nicht verrutscht. Bei zwei Geräten im Vergleich – dem Einbaugerät und einem Klappgerät – muss die Schnittstärke laut mehreren Rezensionen auf 0 mm zurückgestellt werden, bevor sich das Gerät zusammenklappen bzw. verstauen lässt – ein Sicherheitsmerkmal, das im Alltag als zusätzlicher Handgriff auffällt.
Motorleistung
Die Wattzahl steht groß auf der Verpackung und sagt für sich genommen wenig. Die Datenblätter im Vergleich reichen von 45 W bis 200 W, und die Geräte mit dem besten Schnittbild liegen nicht automatisch oben.
Entscheidend sind Schärfe und Durchmesser des Rundmessers sowie eine saubere Führung des Schlittens. Ein scharfes Messer braucht wenig Kraft; wer nachdrückt, bekommt schiefe Scheiben statt schnellerer.
Kurzbetrieb (KB) 5 min bedeutet: Der Motor ist für fünf Minuten Dauerlauf ausgelegt, danach braucht er eine Pause. Für einen Laib Brot oder ein Stück Wurst genügt das. Wer regelmäßig größere Mengen am Stück aufschneidet, sollte auf diese Angabe achten – in unserem Vergleich nennt sie allerdings kein einziges Datenblatt.
Lautstärke: leise oder laut?
Ein Dezibelwert steht in keinem Datenblatt im Vergleich – zur Lautstärke lässt sich deshalb nur sagen, was Rezensionen dazu berichten, nicht, was der Hersteller angibt.
Mehrfach und übereinstimmend als leise beschrieben werden der ritter markant 01 („die Drehzahl ist nicht sehr hoch, dadurch ist das Gerät angenehm leise") und das EMERIO MS-125000.1. Beim SEVERIN AS 3912 nennt eine einzelne Rezension den Motor „erstaunlich leise" – die einzige von 13 ausgewerteten, die sich zur Lautstärke äußert. Auch beim GRAEF MYtiny MT1000 loben mehrere Rezensionen einen leisen Lauf; eine einzelne, nicht bestätigte Rezension berichtet daneben von einer leichten Unwucht der Klinge samt kratzendem Laufgeräusch nach fünf Wochen Nutzung – ein Einzelfall, kein wiederkehrendes Muster. Beim ritter icaro 7 beschreiben zwei Rezensionen den Lauf als leise. Beim ritter solida 4 nennen drei Rezensionen ihn leise, eine vierte beschreibt den Motor unter Last dagegen als angestrengt.
Als eher laut beschrieben werden der FOHERE Allesschneider 200W (zwei Rezensionen nennen die Lautstärke als Minuspunkt, eine davon wörtlich „relativ Laut") und der GRAEF S10001 (laut einer Rezension „für mein Empfinden, ziemlich laut"). Beim GRAEF G52 und beim ritter serano 7 Duo Plus widersprechen sich die Rückmeldungen: Beim G52 stehen „nicht so laut" und „die Lautstärke ist absolut erträglich" einem als vergleichsweise hoch beschriebenen Motorengeräusch und dem Vergleich „etwas lauter als die E16" gegenüber. Beim serano 7 beschreiben drei Rezensionen den Lauf als leise, eine davon zusätzlich als kraftvoll, während eine vierte ihn als jämmerlich und minderwertig klingend empfindet.
Beim ritter E 16 Duo Plus, unserer Empfehlung, äußern sich zwei Rezensionen dazu, beide im Ergebnis moderat: Eine nennt die Maschine zwar laut, findet das Geräusch selbst aber „recht angenehm, weil es keine so hohen Töne sind"; eine zweite spricht von „annehmbarer Lautstärke". Für den ritter AES 62 SR liegt in den ausgewerteten Rezensionen keine Aussage zur Lautstärke vor. Wer die Rückmeldungen im Wortlaut nachlesen will, findet sie mit Quelle auf den jeweiligen Produktseiten, verlinkt in der Vergleichsübersicht.
Gehäuse: Metall oder Kunststoff
Der Begriff „Vollmetall" ist nicht geschützt und beschreibt selten das ganze Gerät. Bei einem als Vollmetallausführung beworbenen Modell berichten zwei unabhängige Rezensionen von Kunststoffteilen im Inneren; eine davon vermutet ein Kunststoffgetriebe. Herstellerangabe und Erfahrung gehen hier auseinander, und wir lösen das nicht zugunsten einer Seite auf.
Was Sie am Gerät tatsächlich merken, ist das Gewicht. Ein schweres Gehäuse wandert beim Schneiden nicht über die Arbeitsplatte. Ein Gerät im Vergleich wiegt laut Rezensionen rund 5 kg und steht damit auch ohne Festhalten. Leichte Kunststoffgeräte brauchen saubere, trockene Saugfüße und eine glatte Unterlage.
Der zweite Punkt ist der Schlitten. Läuft er beidseitig geführt und spielfrei, werden die Scheiben gleichmäßig. Bei mehreren günstigen Geräten im Vergleich beschreiben Rezensionen ein spürbares Wackeln – ein Grund, warum ein Gerät im Alltag enttäuscht.
Sicherheitsausstattung
Ein rotierendes Rundmesser ist das schärfste Gerät im Haushalt. Sicherheitsmerkmale senken das Risiko, sie beseitigen es nicht. Vier Ausstattungen tauchen in den Datenblättern immer wieder auf:
- Restehalter – hält kleine Reste fest, damit die Finger nicht in die Nähe des Messers kommen.
- Fingerschutz – eine Abdeckung am Schlitten, die die Hand vom Messer trennt.
- Momentschaltung – das Gerät läuft nur, solange Sie den Schalter gedrückt halten; die Dauerschaltung rastet ein.
- Einschaltsperre – verhindert, dass sich das Gerät versehentlich starten lässt. Ein Hersteller nennt sie „Kindersicherung"; wir bleiben beim beschreibenden Begriff.
Achten Sie außerdem darauf, ob das Messer im Ruhezustand abgedeckt liegt. Beim ritter E 16 Duo Plus, unserer Empfehlung, ist das laut einer Rezension nicht der Fall – das ist kein Ausschlussgrund, aber ein Punkt für die Aufbewahrung. Mehr dazu im Ratgeber zu Reinigung und Sicherheit.
Was ein höherer Preis bringt
Die Preisspanne im Vergleich ist groß, und der Unterschied liegt selten beim Schnittbild. Auch günstige Geräte schneiden Brot laut den ausgewerteten Rezensionen sauber.
Bezahlt werden vor allem zwei Dinge: ein schwereres Gehäuse und ein längerer Schneideweg im Schlitten. Auch ein zweites Messer für Wurst und Käse kostet meist Aufpreis – streng nach Preis geht das aber nicht, die beiden teuersten Geräte im Vergleich liefern nur ein Messer, während bereits ein günstiges Gerät zwei mitbringt. Wer selten schneidet, braucht von alldem wenig. Wer täglich schneidet, merkt es.
Ein Gerät je Bauart
Aus Standgerät und Klappgerät steht hier jeweils das Gerät mit der besten Bewertung in unserem Vergleich, dazu der einzige Einbau-Allesschneider im Feld:
Empfehlung
ritter E 16 Duo Plus Allesschneider
Kompaktes Standgerät mit zwei Messern für Brot und Aufschnitt, dessen Rundmesser im Ruhezustand laut einer Rezension nicht abgedeckt ist.
GRAEF MYtiny MT1000 Allesschneider
Kompakter, klappbarer Allesschneider aus Metall mit sauberem Schnittbild, dessen Schnittstärken-Verriegelung beim Zusammenklappen laut Berichten hakt.
Ritter MultiSchneider AES 62 SR
Einziger Einbau-Allesschneider im Vergleich: einfache Montage laut mehreren Rezensionen, aber der teuerste im Feld.
Checkliste vor dem Kauf
- Platz messen. Wohin kommt das Gerät – auf die Arbeitsplatte, in den Schrank oder in eine Schublade?
- Schneidgut klären. Überwiegend Brot? Dann genügt ein Wellenschliffmesser. Regelmäßig Wurst und Käse? Dann lohnt das zweite Messer.
- Laibgröße prüfen. Der Schneideweg des Schlittens begrenzt, wie große Brote sauber durchlaufen.
- Reinigung durchdenken. Lässt sich das Messer werkzeuglos abnehmen? Ist der Schlitten abnehmbar?
- Sicherheitsausstattung ansehen. Restehalter, Fingerschutz, Einschaltsperre – und wo das Gerät zwischen zwei Einsätzen liegt.
- Rezensionen zum Schlitten lesen. Spiel im Schlitten ist ein wiederkehrender Kritikpunkt und im Datenblatt nicht zu sehen.
Fazit
Die teuerste Maschine ist nicht die beste Wahl, die passendste ist es. Klären Sie zuerst Platz und Schneidgut – danach bleiben von zwölf Geräten meist zwei übrig. Welches davon in unserer Bewertung vorn liegt, zeigt der Vergleich aller Geräte; die häufigsten Rückfragen beantwortet die FAQ-Seite.