Allesschneider für Wurst und Käse: hauchdünner Aufschnitt
Aufschnitt am Stück ist günstiger und hält länger – aber nur, wenn Sie ihn dünn genug bekommen. Als Aufschnittmaschine steht ein Allesschneider vor anderen Aufgaben als beim Brot: weiches Schneidgut, klebende Schnittflächen und Fett am Messer.
📌 Das Wichtigste in Kürze
- Für Aufschnitt ist ein Glattschliffmesser tendenziell zuverlässiger. Wellenschliff reißt weiche Oberflächen eher auf, gelingt vereinzelten Rezensionen zufolge aber auch hauchdünn.
- Kalt und fest ist die halbe Miete: Schneidgut direkt aus dem Kühlschrank verarbeiten.
- 1 bis 2 mm sind die übliche Schnittstärke für Wurst und Schinken.
- Weichkäse ist die Grenze des Geräts – Hartkäse geht gut, Weich- und Frischkäse in der Regel nicht.
- Nach fettigem Schneidgut sofort reinigen, sonst wird der Belag hartnäckig.
Warum ein Glattschliffmesser?
Ein Wellenschliffmesser sägt. Bei harter Kruste ist das genau richtig, bei Wurst und Käse zieht es die Oberfläche auf und hinterlässt Krümel.
Ein Glattschliffmesser – manche Hersteller nennen es Schinkenmesser – trennt weiches Schneidgut mit einer durchgehenden Schneide. Das Ergebnis ist eine glatte Schnittfläche, mit der sehr dünne Scheiben tendenziell zuverlässiger gelingen: Eine Rezension zu einem Gerät im Vergleich beschreibt Wurstscheiben unter 1 mm mit dem glatten Messer. Vereinzelt berichten Rezensionen aber auch bei einem reinen Wellenschliffmesser von hauchdünnem Aufschnitt.
Vier der zwölf Geräte im Vergleich liefern beide Messer mit. Details zum Wechsel stehen im Ratgeber zu Messer und Schliff.
Schinken hauchdünn schneiden
Hauchdünner Schinken ist die Königsdisziplin im Haushalt – und die Stelle, an der die meisten Erwartungen zu hoch sind. Fünf Punkte entscheiden:
- Kalt verarbeiten. Nehmen Sie den Schinken direkt aus dem Kühlschrank. Warmes Fett schmiert und verformt sich unter dem Messer.
- Sehr scharfes, glattes Messer. Ein stumpfes Messer drückt, statt zu trennen – die Scheibe reißt.
- Langsam und gleichmäßig führen. Nicht schieben. Der Widerstand ist ohnehin gering.
- Schnittfläche gerade halten. Ein schräg angeschnittenes Stück wird mit jeder Scheibe schräger.
- Scheiben sofort abnehmen und flach ablegen, sonst kleben sie aneinander.
Eine Erwartung sollten Sie dabei ausklammern: Papierdünne Ware wie vom Metzger kommt von Maschinen einer anderen Klasse. Ein Rezensent formuliert es nüchtern – wer diese Qualität will, kauft ein Gerät im vierstelligen Bereich. Im Haushalt geht es um sehr dünn, nicht um durchsichtig.
Käse dünn schneiden, ohne dass er klebt
Käse ist das schwierigste Schneidgut, weil er sich unter Druck verformt und am Messer haftet. Das Verhalten hängt an der Sorte.
Hartkäse wie Bergkäse oder gereifter Gouda lässt sich gut schneiden, solange er kalt ist. Schnittkäse mittlerer Reife funktioniert ebenfalls, klebt aber stärker. Weichkäse und Frischkäse gehören in der Regel nicht in den Allesschneider – sie verformen sich eher, statt sich sauber trennen zu lassen. Eine Rezension zum GRAEF MYtiny berichtet allerdings vom Gegenteil und beschreibt auch weichen Käse als „ausgezeichnet und ohne Probleme" geschnitten.
Gegen das Kleben helfen drei Handgriffe:
- Käse direkt aus dem Kühlschrank schneiden, nicht auf Zimmertemperatur bringen.
- Das Messer zwischendurch abwischen, wenn sich Belag ansetzt – bei gezogenem Netzstecker.
- Etwas dicker einstellen. Eine 2-mm-Scheibe, die heil bleibt, ist besser als eine 1-mm-Scheibe, die zerreißt.
Die richtige Schnittstärke für Aufschnitt
| Schneidgut | Schnittstärke | Hinweis |
|---|---|---|
| Roher Schinken, Salami | 1–1,5 mm | kalt und fest verarbeiten |
| Kochschinken, Brühwurst | 1,5–2 mm | dünner reißt die Scheibe |
| Hartkäse | 1,5–2 mm | gut aus dem Kühlschrank |
| Schnittkäse | 2–3 mm | Messer zwischendurch abwischen |
| Braten, Fleisch am Stück | 3–5 mm | ausgekühlt schneiden |
Elf der zwölf Geräte im Vergleich nennen dazu einen Wert; die meisten geben ihn laut Hersteller als stufenlos einstellbar an, die Datenblätter beginnen meist bei 0 mm. Zum AES 62 macht der Hersteller keine Angabe zur Schnittstärke. Die untersten Millimeter sind ohnehin eine Sache des Schneidguts, nicht des Reglers.
Aufschnitt am Stück kaufen
Der Grund für eine Aufschnittmaschine im Haushalt ist meistens der Einkauf am Stück. Das rechnet sich in zweierlei Hinsicht.
Zum einen ist Ware am Stück in der Regel günstiger als abgepackter Aufschnitt. Zum anderen hält sie länger: Eine geschlossene Oberfläche trocknet langsamer aus als ein Stapel dünner Scheiben. Schneiden Sie deshalb nur so viel, wie Sie in den nächsten Tagen brauchen.
Ein Hinweis zur Größe: Der Messerdurchmesser begrenzt die Höhe des Schneidguts. Nur vier der zwölf Geräte im Vergleich nennen dazu einen Wert – 170 mm oder 190 mm –, ein breiter Schinken am Stück kann daran anstoßen. Bei den übrigen Geräten macht der Hersteller keine Angabe.
Reinigung nach fettigem Schneidgut
Fett und Eiweiß trocknen an und werden dann zäh. Nach Wurst und Käse gilt deshalb: gleich reinigen, nicht später.
Ziehen Sie den Netzstecker, stellen Sie die Schnittstärke auf 0 mm und nehmen Sie Schlitten und Restehalter ab. Das Messer wird von Hand abgespült und sofort getrocknet; kein Datenblatt der Geräte im Vergleich sagt, dass das Rundmesser in die Spülmaschine darf. Der vollständige Ablauf steht im Ratgeber zu Reinigung und Sicherheit.
Geräte mit Glattschliffmesser im Lieferumfang
Diese Geräte bringen neben dem Wellenschliffmesser ein glattes Messer für Wurst, Schinken und Käse mit:
Empfehlung
ritter E 16 Duo Plus Allesschneider
Kompaktes Standgerät mit zwei Messern für Brot und Aufschnitt, dessen Rundmesser im Ruhezustand laut einer Rezension nicht abgedeckt ist.
ritter serano 7 Duo Plus Allesschneider
Rund 5 kg schwerer Allesschneider mit zwei Messern für Kruste und Aufschnitt, dessen als „Vollmetall" beworbenes Gehäuse auch Kunststoffteile enthält.
GRAEF G52 Allesschneider
Kompaktes Standgerät mit Wellenschliff- und Schinkenmesser, laut Rezensionen mit überzeugendem Schnittbild, aber spürbarem Kunststoffanteil.
FOHERE Allesschneider 200W
200-W-Allesschneider mit zwei Edelstahl-Rundmessern für Wellen- und Glattschliff, dem laut einer Rezension aber ein Sicherheitsschalter mit Abschaltung fehlt.
Fazit
Für Wurst und Käse zählt das glatte Messer, und danach zählt die Temperatur des Schneidguts. Beides zusammen bringt Sie im Haushalt auf sehr dünne Scheiben – papierdünn wie vom Metzger bleibt einer anderen Geräteklasse vorbehalten. Welche Geräte beide Messer mitbringen, zeigt der Vergleich; die Grundlagen zum Kauf stehen in der Kaufberatung.